Geschichte und nachhaltige Bauweise

Von der ersten Luftseilbahn des Engadins zum zukunftsorientierten Solarzellen-Projekt.

Geschichte

Der Piz Nair liegt oberhalb von St. Moritz im (Ski-)Gebiet Corviglia und ist mit 3057 m. ü. M. nach dem Corvatsch der zweithöchste erschlossene Berg im Engadin. Trotz der hohen Lage war die Schneesicherheit der 16 verschiedenen Abfahrten im Corviglia Skigebiet, welche alle an Südhängen lagen, lange nicht gewährleistet. Dies vorallem in den Monaten März und April. Aus diesem Grunde haben sich die Gemeinde, der Kur- und Verkehrsverein und die Bergbahnen St. Moritz entschlossen, den Piz Nair mit einer Luftseilbahn zu erschliessen.

Diese Gremien waren jedoch hoch verschuldet. Aus diesem Grunde bekam der Hotelier Andrea Badrutt den Auftrag, gutbetuchte Gäste als mögliche Geldgeber zu suchen, was ihm auch gelungen ist. Der Auftrag, die Bahn zu bauen, erhielt die Thuner Firma Willy Habegger, als Architekt amtete das einheimische Architekturbüro A. Verdieri. Der Bau der Bahn wurde für 1,65 Mio Franken (inkl. eines Gipfelrestaurants) realisiert, die Finanzierung wurde ausschliesslich von privater Seite getragen.
 

Übersicht historische Entwicklungen

  • 1952: Gründung der AG Luftseilbahn Corviglia Piz Nair (Herbst)
  • 1955: Inbetriebnahme der ersten Luftseilbahn des Engadins. Als Besonderheit wurde die Fahrbahn bei der zweiten Stütze abgelenkt (Kurve), so dass der Standort der Bergstation ca. 35 Meter weiter südlich der geraden Linie lag. Grund dafür war der Permafrost.
  • 1968: Inbetriebnahme des Skiliftes Lej da la Pêsch – Fuorcla Grischa
  • 1977: Umbau der Luftseilbahn / Umbau auf die Fahrgeschwindigkeit von 10 ms. Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit auf 10 m/s und somit Erhöhung der Kapazität auf 360 Personen/h
  • 1981: Elektrifizierung der Bergstation und des Skiliftes Lej da la Pêsch
  • 1988: Bau des Hüttenrestaurants Lej da la Pêsch
  • 1992: Umbau des Hüttenrestaurants Lej da la Pêsch
  • 1994: Bau der Sesselbahn Lej da la Pêsch - Fuorcla Grischa
  • 2002: Abbruch der alten Pendelbahn und Neubau der heutigen Bahn. Erste Luftseilbahn im Engadin mit fest abgespannten Tragseilen, Kapazität 720 Pax/h.
  • 2002: Bau des höchstgelegenen Starts (Freier Fall) für die Herren-Abfahrt der WM 2003
  • 2007: Managementvertrag zwischen der AG Luftseilbahn Corviglia Piz Nair und der Corvatsch AG mit Sitz in Silvaplana
  • 2017: Übernahme der technischen Anlagen sowie der Gastronomiebetriebe Lej da la Pêsch und Panoramarestaurant Piz Nair durch die Engadin St. Moritz Mountains AG
     


Anlagen und Bauten am Berg

Taten statt Worte: Mit seinem Gesamt-Energieprojekt setzt St. Moritz weltweit ein Zeichen in Sachen Natur- und Umweltschutz und fördert die Energiegewinnung zwischen 1770 und 3057m. Vom Talboden bis auf den Piz Nair werden Wasserkraft, Sonne und Wind konsequent genutzt.

  • Piz Nair Talstation (2486 m ü.M.): Die Photovoltaik-Anlage an der Gebäudefassade wurde 2003 installiert und kostete CHF 250‘000. Die 95 polykristallinen Solarmodule mit Silizium-Schott-Zellen haben einen Wirkungsgrad von 12-14,5%. Die installierte Leistung beträgt 10 kWp, die mittlere Solarstromproduktion 11‘500 kWh/a.
     
  • Piz Nair Bergstation (3025 m ü.M.): In die Photovoltaik-Anlage aus 104 polykristallinen Shell Siemens-Solarzellen an der Gebäudefassade wurden 2002 CHF 321‘000 investiert. Mit einem Wirkungsgrad von 12-15% bringt sie eine installierte Leistung von 13,2 kWp und produziert durchschnittlich 13‘000 kWh/a Solarstrom.